Das Rössli im flotten Trab

Seit März in diesem Jahr, trabt das Rössli wieder und so soll es vorläufig bleiben, keinen Galopp, ein flotter Trab reicht.
Als ich die Idee hatte, im Rössli an zwei, bzw. einem und einem halben Tag wieder Gäst zu bewirten, war mir mein Konzept klar, aber ob das unseren Gästen gefällt, wusste ich nicht.

Nun, nach einem halben Jahr durften wir bereits viele Gäste begrüssen und haben überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Nach den intensiven Jahren von 2012 bis 2021 habe ich sehr viel gelernt. Ich habe auch meine Blauäugikeit (etwas) verloren. Ein Geschäft aufzubauen und zu führen, wo das ganze Herz drin hängt ist darum besonders herausfordernd, da es schnell eine Durchmischung von Emotionen und klarer Geschäftsstrategie geben kann. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass eine Führungsperson eines Gastroverbands geschrieben hat, "...der Wirt, die Wirtin ist in der heutigen zeit auch ein Unternehmer, Unternehmerin." Ich glaube das ist nicht erst seit heute so. Aber warum schreibe ich das jetzt, da ich ja keine 100%ige Unternehmerin mehr bin? Eben gerade desswegen. Ich weiss, meine körperlichen Resourcen stehen mir nicht mehr zu 100% zur Verfügung, also wieviel davon kann und will ich nun in's Rössli investieren? Da war schnell klar, für eineinhalb Tage Betrieb benötige ich ca. einen Tag Vorbereitung und Nachbereitung plus 1/2 Tag für die Administration. Das ergibt dann bei einer Fünftagewoche bereits 60 %, sgen wir durchschnittlich pro Woche 50%. Alleine geht auch mit diesen reduzierten Öffnungszeiten gar nichts, ich bin sehr dankbar für meine Mitareiterinnen in der Küche und im Service.
Dann möchte ich zusätzlich gerne meine Wein- und Käse-Genusskurse/Seminare anbieten. Damit ich meine sehr guten Mitarbeiterinnen zeitgerecht entlöhnen kann, sowie auch mir einen Lohn ausbezahlen kann und natürlich unsere Lieferanten bezahlen kann, braucht es ein Konzept das auf dieser Basis funktioniert. Höchste Priorität hat die Qualität, das ist ganz klar. das heisst für mich hochwertige, weitgehend Regionlae Produkte einkaufen. Die Zubereitung der Speisen findet von Grund auf in unserer Küche statt. Wenn wir nun aber drei veschieden Gerichte plus zusätzlich diverse Wurst- und ander Salat anbieten würden, geht die Rechnung nicht mehr auf. Ich wage des Experiment mit einem Menu und dieses so serviert, dass auch hier der zeitliche Aufwand klein, die Qualität für die Gäste aber hoch bleibt. Dies ist nur eine oberflächliche Abhandlung über unser Konzept. Es scheint zu funktionieren. Ich freue mich nun auf den Spätsommer und den Herbst und hoffe weiterhin viele zufriedene Gäste bergüssen zu dürfen.